Förderung verständlich erklärt · Stand August 2026

Die Wärmepumpe beginnt beim Boden.

Eine Fußbodenheizung ist keine zwingende Voraussetzung für eine Wärmepumpe — aber ihre große Heizfläche senkt die Vorlauftemperatur und kann die Effizienz deutlich verbessern. Wir rüsten sie nach: ohne systembedingte Aufbauhöhe, ohne Auszug.

Fachlich verantwortlich: Michael Bischof · Inhaber, Bestandswärme / Jandeck Kernbohrungen · Zuletzt fachlich geprüft: 09/2026

01 — Die Physik

Große Fläche, niedrige Temperatur — so rechnet sich die Wärmepumpe.

Wärmepumpen arbeiten umso effizienter, je niedriger die Vorlauftemperatur ist. Alte Heizkörper brauchen oft 55–70 °C — eine großflächige Fußbodenheizung kann deutlich niedrigere Systemtemperaturen ermöglichen, bei geeigneten Voraussetzungen beispielsweise im Bereich von etwa 30–35 °C. Die tatsächlich erforderliche Vorlauftemperatur wird projektbezogen aus Heizlast, Heizfläche, Verlegeabstand, Bodenbelag und Anlagenkonzept abgeleitet.

Der Effekt: weniger Stromverbrauch, eine höhere Jahresarbeitszahl (JAZ) und eine sorgfältig abgestimmte Wärmepumpe, deren Leistung zu Gebäudeheizlast, Warmwasserbedarf und geplantem Heizsystem passt. Eine Fußbodenheizung ist dafür keine zwingende Voraussetzung — aber ein spürbarer Vorteil.

30–35 °C
beispielhafter Auslegungsbereich bei geeigneten Voraussetzungen — projektbezogen ermittelt
0 mm
zusätzliche systembedingte Aufbauhöhe durch das Fräsverfahren
ca. 1 Tag
Fräszeit je Etage · branchenüblich
02 — Förderung 2026

Bis zu 70 % Zuschuss — im Sonderfall 80.

Mit der BEG-Reform zum 21. Juli 2026 wurde die Wärmepumpen-Förderung neu aufgestellt. Die Gesamtförderung ist grundsätzlich auf 70 % begrenzt; bis zu 80 % sind nur für bestimmte selbstnutzende Eigentümer in der niedrigsten Einkommensstufe möglich. Der Geschwindigkeits-Bonus sinkt ab Februar 2027 stufenweise.

Grundförderung

Für den Heizungstausch auf eine Wärmepumpe im Bestandsgebäude.

Zuschuss30 %

Klimageschwindigkeits-Bonus

Für den zügigen Austausch funktionierender fossiler Heizungen — sinkt halbjährlich.

ab 21.07.202616 %
ab 01.02.202712 %
danachweiter fallend

Einkommens-Bonus

Für selbstnutzende Eigentümer, gestaffelt nach zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen. Bei einem berücksichtigungsfähigen Kind erhöht sich die jeweilige Einkommensgrenze einmalig um 10.000 €.

bis 30.000 €40 %
über 30.000 bis 40.000 €30 %
über 40.000 bis 50.000 €10 %

Maximal gesamt

Grundsätzlich sind bis zu 70 % der förderfähigen Kosten möglich; bis zu 80 % nur für bestimmte selbstnutzende Eigentümer in der niedrigsten Einkommensstufe. Der Höchstbetrag von ca. 22.400 € gilt nur im 80-Prozent-Förderfall bei 28.000 € förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit.

Regelgrenze70 %
Sonderfallbis 80 %
Ehrlicher Hinweis zu den Zahlen.

Die Maßnahme kann im Zusammenhang mit einer förderfähigen Heizungsmodernisierung Bestandteil des förderfähigen Vorhabens sein. Die konkrete Förderfähigkeit wird projektbezogen durch Fachunternehmen bzw. Energieeffizienz-Experten geprüft. Ein Energieeffizienz-Experte oder Fachunternehmen kann die Förderfähigkeit prüfen und den Antrag vorbereiten. Über Förderfähigkeit und Zuschusshöhe entscheidet der jeweilige Fördermittelgeber. Die Förderfähigkeit einzelner Leistungen kann im Einzelfall geprüft werden, etwa als Umfeldmaßnahme im Zusammenhang mit einem förderfähigen Heizungstausch. Stand: August 2026. Förderbedingungen können sich ändern. Die Angaben stellen keine Förderzusage und keine individuelle Förderberatung dar. Der Förderantrag muss grundsätzlich vor Beginn der förderfähigen Maßnahme gestellt werden.

03 — Der richtige Weg

Gut geplant zur Wärmepumpe.

  1. 01

    Gebäudedaten & Machbarkeit prüfen

    Kostenfreies Aufmaß mit Estrich-Prüfkernen; Erfassung und Plausibilitätsprüfung der für Heizlast und Heizflächenauslegung relevanten Gebäudedaten. Die detaillierte Auslegung erfolgt projektbezogen durch Bestandswärme bzw. den eingebundenen Fachpartner.

  2. 02

    Fußbodenheizung nachrüsten

    Wir fräsen die Kanäle in den vorhandenen Estrich — ausgesuchte regionale Fachbetriebe verlegen die Rohre nach unserem Heizkreisplan. Die Auslegung erfolgt projektbezogen auf möglichst niedrige Systemtemperaturen.

  3. 03

    Wärmepumpe anschließen

    Ihr Heizungsbauer oder unser regionaler SHK-Fachbetrieb installiert die passend dimensionierte Wärmepumpe — inklusive hydraulischem Abgleich und VDI-2035-Befüllung.

  4. 04

    Dokumentiert übergeben

    Heizkreisplan, Protokolle und technische Dokumentation in Ihrer digitalen Projektakte.

04 — Häufige Fragen

Wärmepumpe & Altbau: kurz beantwortet.

Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau überhaupt?

Ja — entscheidend ist die Vorlauftemperatur. Mit ausreichend großen Heizflächen (z. B. Fußbodenheizung) kann die Wärmepumpe mit niedrigen Vorlauftemperaturen — bei geeigneten Voraussetzungen etwa 30–35 °C — effizient arbeiten. Ohne passende Heizflächen steigen Vorlauftemperatur und Stromverbrauch deutlich.

\1Ob einzelne Arbeiten im Zusammenhang mit einer förderfähigen Heizungsmodernisierung berücksichtigt werden können, hängt vom konkreten Vorhaben und Förderprogramm ab. Die Förderfähigkeit wird projektbezogen mit dem zuständigen Fachunternehmen bzw. Energieeffizienz-Experten geprüft. Bestandswärme erteilt keine Förderzusage. Beim förderfähigen Heizungstausch sind nach der BEG-Reform (21.07.2026) grundsätzlich bis zu 70 % der förderfähigen Kosten möglich, bis zu 80 % nur in der niedrigsten Einkommensstufe. Stand: August 2026.\2
Muss die Fußbodenheizung vor der Wärmepumpe kommen?

Nein — für die Auslegung müssen Gebäudeheizlast, erforderliche Vorlauftemperatur und die geplanten Heizflächen feststehen; vollständig eingebaut sein müssen sie dafür noch nicht. Sinnvoll ist, die Heizflächenplanung früh zu klären, damit der SHK-Fachbetrieb passgenau auslegen kann.

Was ist mit Räumen, in denen keine Fußbodenheizung möglich ist?

Dort ergänzen wir mit Niedertemperatur-Heizkörpern. Wichtig ist, dass die Gesamt-Vorlauftemperatur niedrig bleibt. Was geht und was nicht, klärt unser Aufmaß — siehe auch Technik & Voraussetzungen.

Wärmepumpe geplant? Fangen wir beim Boden an.

Kostenfreies Aufmaß im Münsterland und Osnabrücker Land — mit ehrlicher Einschätzung, welche Voraussetzungen für niedrige Systemtemperaturen bei Ihnen gegeben sind.